Eltern möchten nur das Beste für ihre Kinder. Sie sollen selbstbewusst heranwachsen, mit Freunden spielen und Hobbys entdecken. Die Eltern unterstützen die Kinder bei der Selbstständigkeit und bei der Einführung in die Gesellschaft. Das gilt natürlich insbesondere, wenn die Kinder mit einer Einschränkung leben. Rollstühle waren lange das Synonym für eine Behinderung. Daher tun sich Eltern mit der Entscheidung für einen Rollstuhl anstatt einen Reha-Buggy für ihr Kind sehr schwer. Dabei können Kinder mit dem richtigen Kinderrollstuhl und einer frühzeitigen, vorausschauenden Versorgung in ihrer Entwicklung profitieren.

Wer schon einmal in die strahlenden Augen der Kleinen geschaut hat, wenn sie zum ersten Mal in einem Rollstuhl sitzen und feststellen, dass sie sich aus eigener Kraft fortbewegen können, der erlebt mit, wie sich eine neue spannende Welt für ihre Liebsten eröffnet.

Steigerung der Lebensqualität

 

„Kinder nehmen den Rollstuhl selbstverständlich an. Sie wissen intuitiv wie sie die Greifreifen antreiben müssen und wie sie den Rollstuhl nach rechts oder links steuern können. Es ist eine Freude zu sehen, wie motiviert und abenteuerlustig Kinder mit dem Rollstuhl umgehen“, sagt Jan-Hagen Schröder der orthopunkt ag.

Mobilität erhöht die Lebensqualität von jedem einzelnen Menschen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel zum Kinderrollstuhl? Fachleute sagen: Im Prinzip so früh wie möglich, weil die Rolli-Nutzung die frühkindliche Entwicklung immens fördert. Den individuell günstigsten Zeitpunkt legen Ärzte und Therapeuten anhand des Entwicklungsstandes des jeweiligen Kindes fest.

Akzeptanz der Behinderung

Väter und Mütter tun sich oft schwer die Behinderung des Kindes zu akzeptieren. Sie hoffen stetig auf medizinische Fortschritte und weigern sich gegen eine Rollstuhlversorgung. Durch einen Reha-Buggy lassen sich Beeinträchtigungen anfänglich noch überspielen und die Tatsache der Behinderung wird vorerst weiter verdrängt. Würden die Eltern nun ihr Kind in einen Rollstuhl setzen, würden sie die Einschränkung anerkennen.

 „Sich als Eltern einzugestehen, ein Kind mit Behinderung zu haben, ist ein ganz elementarer Schritt, der jeden Respekt verdient“, sagt Jan-Hagen Schröder. Das Image des Rollstuhles in der Gesellschaft ändert sich langsam und wird zunehmend als positives Hilfsmittel gesehen, welches eine hohe Lebensqualität ermöglicht. „Doch das alte Stigma wirkt noch immer in vielen Köpfen und überdeckt die Chancen, die gerade ein Kinderrollstuhl seinem Nutzer eröffnet.“

Bessere Chancen im Leben

Eltern müssen sich dem Thema stellen. Sie können ihren Kindern unbeabsichtigt die Chance auf ein weitgehend selbstständiges Leben verbauen. Die Angst der Verantwortung nicht gerecht zu werden, welche ein lebhaftes, agiles Kleinkind im Rollstuhl bedeutet, ist berechtigt. Für die Entwicklung des Kindes ist es aber von enormer Bedeutung. Eine qualifizierte frühkindliche Versorgung ist der Baustein für die Zukunft und kann in späteren Lebensjahren in der Art und Weise nicht mehr erworben werden.

„Kinder gewinnen durch das aufrechte Sitzen und den damit verbundenen grossen Bewegungsspielraum sowohl in ihrer körperlichen und geistigen als auch in ihrer sozialen Entwicklung“, sagen Fachleute.

Am sozialen Leben teilhaben

Das Kind wird durch die wachsende Eigenständigkeit und durch die Eindrücke aus der Umwelt physisch und psychisch gefordert. Dieses wirkt sich positiv auf die Bildung von den Vernetzungsstrukturen im Gehirn aus, welche in den ersten Lebensjahren angelegt werden.

Vorteile auf einen Blick:

  • Neue Bewegungsabläufe werden kennengelernt
  • Entscheidungen müssen selbstständig getroffen und die Verantwortung übernommen werden
    • Wer, trotz Warnung, über eine Stufe fährt und kippt, wird nach Lösungen suchen und auch finden
  • Beziehungen zu Geschwistern und Freunden kann sich gleichberechtigt entwickeln, da sich das behinderte Kind im Miteinander behaupten kann

Vielzahl an geeigneten Kinderrollstühlen

Mittlerweile gibt es eine grosse Auswahl an ausgereiften Mikro- und Minirollstühlen für Kleinkinder mit schmalen Sitzbreiten ab etwa 18 cm. Einige Rollstühle können auch in Zentimeterschritten mit dem Kind mitwachsen, aber diese sind oft schwerer, da sie mit Stellschrauben versehen sind.

Ob bei einer Erstversorgung diese Option sinnvoll ist, sollte eingehend und individuell geprüft werden. Kinder brauchen am Anfang vor allem einen leichtgängigen Rollstuhl.

Der Spass am Fahren sollte am Anfang im Vordergrund stehen.

Es gibt Kinderrollstühle in verschiedenen Farben und mit ansprechendem Design, was zusätzlich die Akzeptanz der Kleinen fördert. Es gibt auch Rollstühle, die mit in ein Auto können, ohne dass sich das Kind umsetzen (lassen) muss. Wichtig ist es sich für die Erstversorgung optimal beraten zu lassen. Dabei können Physiotherapeuten und Orthopädie-Techniker im Fachhandel unterstützen.

Gerne beraten wir Sie zu Ihren Möglichkeiten an einem unverbindlichen Beratungstermin in unseren Reha-Sprechstunden und unterstützen Sie auf Wunsch bei der Kostenabklärung.

 

Hier eine Auswahl an Kinderrollstühlen

https://orthopunkt24.ch/hilfsmittel/kinder-reha/kinder-rollstuehle